Von der automatisierten Frachtvergabe zur digitalen Supply Chain

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Selbst wenn eine vollautomatisierte Frachtvergabe nur als Insellösung eingesetzt wird, lassen sich damit Ressourcen in der Disposition und bei den Frachtführern einsparen. Denn eine Automatisierung führt immer zu einer höheren Geschwindigkeit und reduziert Fehler. Richtig lohnend wird es allerdings mit einer digitalen Supply Chain, bei der auch die Prozesse davor und danach digital und vollintegriert sind. Und das geht einfacher, als gedacht!

Bei einer automatisierten Frachtvergabe wird der Transportauftrag vollautomatisch und nach zuvor definierten Kriterien an den besten Spediteur übermittelt – anstatt manuell per Telefon, E-Mail oder Fax. Dieser hat die Möglichkeit, den Auftrag anzunehmen. Ist die Fahrt gerade nicht möglich, routet das System die Anfrage an den zweitbesten Transportdienstleister. Dabei wird auch berücksichtigt, in wie weit bestehende Kontrakte bereits ausgeschöpft sind. Nach der Bestätigung durch den Frachtführer werden alle Frachtpapiere und weitere Informationen digital übermittelt. Soweit die Theorie.

In der Praxis ergeben sich daraus handfeste Vorteile:

  • Einsparung von Prozesskosten um bis zu 30 %
  • Vergabe von bis zu 150 LKW-Ladungen pro Tag und Disponent
  • Mehr Zeit für optimale Transportplanung und Trouble-Shooting
  • Erhöhung der Kunden- und Lieferantenzufriedenheit
  • Verbindliche Rückmeldung des Frachtführers innerhalb kurzer Zeit
  • Günstigster Vertrag wird genutzt
  • Quoten werden eingehalten
  • Revisionssichere Dokumentation

Und was passiert davor und danach?

Schon für sich genommen ist die automatisierte Frachtvergabe sinnvoll. Noch effizienter und wirtschaftlicher wird das System aber, wenn auch die vor- und nachgelagerten Prozesse digitalisiert sind und ohne Medienbrüche ablaufen. So lässt sich mit überschaubarem Aufwand die Basis für eine digitale Supply Chain legen.

Davor: E-Sourcing & Rate Management

Eine ideale Basis für eine automatisierte Frachtvergabe ist die Ausschreibung der Relationen über ein E-Sourcing-Tool. Dies lohnt sich vor allem bei einer hohen Komplexität mit vielen Dienstleister, vielen Relationen oder multimodalen Transporten. Die Ausschreibungsergebnisse liegen dann bereits in elektronischer Form vor. Idealerweise werden die Kontrakte anschließend in einer elektronischen Frachtratenverwaltung (Rate Management) verwalten und überwachen. In aufeinander abgestimmten Systemen wie zum Beispiel Ticontract und Transporeon können die Daten aus der Frachtratenverwaltung direkt für die automatisierte Frachtvergabe genutzt werden.

Danach: Zeitfenstermanagement und elektronische Frachtrechnungskontrolle

So wie die automatisierte Frachtvergabe der nächste logische Schritt nach einer elektronischen Ausschreibung ist, bietet sich nach der Frachtvergabe ein digitales Zeitfenstermanagement an. Dabei erhalten die Frachtführer zusammen mit den Transportdetails einen Link, über den sie in einer Art elektronischem Stundenplan ein für sie günstiges Zeitfenster buchen können. Die Fahrer kommen dann koordiniert am Verladeort an, was für Verlader und Unternehmen Vorteile bringt.

Auch nach dem Transport sollte es elektronisch weitergehen, mit einer elektronischen Frachtrechnungskontrolle. Dabei gleicht das System jede Rechnung über die Ratenverwaltung mit dem Vertrag ab und prüft mit Hilfe des Frachtvergabe-Moduls, ob der Transport tatsächlich stattgefunden hat.

Insgesamt entsteht so ein durchgängiger, digitaler Prozess von der Ausschreibung bis zur Frachtrechnungskontrolle. Damit lassen sich erhebliche Ressourcen einsparen, Frachtkosten senken und Effizienzgewinne realisieren. Zudem kann ein Unternehmen damit auf einfache Weise den Grundstein für ein Zukunftsthema legen: für eine digitale Supply Chain und letztendlich sogar für Logistik 4.0.

Lesen Sie dazu auch den Blogbeitrag von Peter Förster "Ohne digitale Supply Chain keine Logistik 4.0"

Mehr Informationen zum Thema finden Sie in unserem Webinar: "Voll-automatisierte Lösung vom strategischem Frachteinkauf bis zur Transportvergabe"

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