Problemzone Rampe? Verbesserungspotenzial beim Zeitfenstermanagement

Blue truck gates

An den Rampen und insbesondere beim Zeitfenstermanagement gibt es Verbesserungspotenzial – so eine Schlussfolgerung aus der Studie „Marktbeobachtung Güterverkehr, Abläufe an den Laderampen verbessern“ des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG). Doch welche Möglichkeiten haben die Verlader, um die Situation an der Rampe zu optimieren?

In der Befragung zur BAG-Studie bewerteten die Rampenbetreiber die koordinierte Ent- bzw. Beladung durch ein elektronisches Zeitfenstermanagement-System mehrheitlich positiv. Kritik kam jedoch von den Transportdienstleistern. Während die Wartezeit bei eingehaltenen Zeitfenstern leicht gesunken sei, hätte sie sich bei verpassten Zeitfenster und kurzfristigen Umbuchungen seit 2010 erhöht. Dabei haben Verlader verschiedene Möglichkeiten, ihr Zeitfenstermanagement entsprechend auszugestalten und dadurch die Situation an der Rampe zu optimieren.

Sind die Wartezeiten tatsächlich zu lang?

Wer die Wartezeiten an seinen Rampen senken will, sollte als erstes ermitteln, wie lange sie tatsächlich sind. Denn die BAG-Studie zeigt auch, dass die Wartezeiten von Rampenbetreibern und Frachtführern sehr unterschiedlich eingeschätzt werden. Die meisten Zeitfenstermanagement-Systeme verfügen über eine Reportingfunktion, die objektiv ermittelt, wie viele LKW pünktlich eintreffen und wie lange sie bei eingehaltenen bzw. verpassten Zeitfenstern warten müssen.

Sind die Kapazitäten ausreichend?

Sind die Wartezeiten bei verpassten Zeitfenstern sehr lang, sollten zunächst die Kapazitäten kritisch geprüft werden. Mindestens im Durchschnitt sollten genügend Zeitfenster für die Ent- oder Beladung zur Verfügung stehen und auch die Länge der Zeitfenster sollte ausreichend sein.

Sind die Regeln fair und transparent?

Als nächsten Schritt ist es empfehlenswert, die Regeln bei Verspätungen zu überprüfen. Wie wird eine Verspätung definiert – und ist es vielleicht möglich, diese Regelung zu lockern? Werden verspätete LKW erst nach allen anderen abgefertigt – oder können sie auch das nächste freie Zeitfenster bekommen? In jedem Fall sollten die Transportdienstleister und die eigenen Mitarbeiter an den Rampen die Regeln kennen, um sich darauf einstellen zu können.

Ist das System flexibel genug?

Generell kann es sich lohnen, im Vorfeld nicht alle Zeitfenster zur Buchung freizuschalten. Wer ca. 5 Prozent für unvorhergesehene Ereignisse reserviert, schafft Flexibilität für alle Beteiligten – zum Beispiel für verspätete LKW, die Bestellung des wichtigsten Kunden oder ungeplant eintreffende Selbstabholer. Hilfreich kann es auch sein, die Zeitfenster so spät wie möglich zu fixieren – abhängig von den Logistikprozessen. So gewinnen die Frachtführer Flexibilität und können z. B. auf die aktuelle Verkehrssituation reagieren.

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