FMCG: So bekommen Konsumgüterhersteller mehr Informationen zur Handelsanlieferung (Teil 2)

Man with tablet in the supermarket

Eine besondere Herausforderung in der Konsumgüterbranche stellen fehlende Informationen bei der Handelsanlieferung dar: Kommt der LKW pünktlich am Zentrallager des Kunden an? Oder gibt es Probleme? Wie lange sind die Wartezeiten? Welche Lieferanten-Performance misst der Handel eigentlich?

Bisher bekamen die FMCG-Unternehmen nur vom Handel eine Rückmeldung auf diese Frage – oft in Form von Beschwerden im Nachhinein. Verschiedene digitale Lösungen können hier wertvolle Informationen liefern und den Herstellern ein proaktives Handeln ermöglichen.

Lösung 1: Report zur Handelsanlieferung

Alle großen Handelsunternehmen in Deutschland setzen mittlerweile ein digitales Zeitfenstermanagement-System zur Anlieferungssteuerung ein. Marktführer in Deutschland ist Mercareon, das wie Transporeon zur Transporeon Group gehört. Über Mercareon werden alle relevanten Daten zur Handelsanlieferung erfasst, zum Beispiel Pünktlichkeit, Durchlaufzeit und Verladedauer – aufgeschlüsselt nach einzelnen Speditionen und Anlieferstandorten. Der Handel kann daraus in regelmäßigen Abständen einen Report generieren und diesen auch Lieferanten und Speditionen zur Verfügung stellen. Dies bietet allen Beteiligten die Möglichkeit, die Performance objektiv zu messen und zu verbessern. Allerdings stehen hierbei die Daten nicht in Echtzeit, sondern rückblickend über den Vormonat oder einen anderen definierten Zeitraum zur Verfügung. Zudem legt das Handelsunternehmen fest, welche Daten in welcher Detailtiefe in den Report aufgenommen werden.

Lösung 2: Schnittstelle für Daten in Echtzeit

Interessant ist für FMCG-Hersteller die Möglichkeit, in Echtzeit auf die Daten der Handelsanlieferung zurückzugreifen. So lässt sich beispielsweise eine Schnittstelle zwischen dem Transporeon-System des Herstellers und dem Mercareon-System des Handels einrichten. Die Daten werden dadurch in Echtzeit in das eigene ERP-System übernommen. Dies verschafft den Herstellern zwei entscheidende Vorteile:

  • Erstens haben sie einen vollständigen Zugriff auf alle Daten, die auch dem Handelsunternehmen vorliegen. Sie können selbst Auswertungen zu einzelnen Speditionen oder Handelsstandorten vornehmen.
  • Zweitens lässt sich damit der Kundenservice erheblich verbessern. Die Mitarbeiter im Customer Service können bei Anfragen der Handelskunden jederzeit Auskunft geben. Zudem kann der Konsumgüterhersteller korrigierend eingreifen, beispielsweise wenn eine Spedition kein Zeitfenster gebucht hat.

Voraussetzung ist jedoch eine gute Qualität der Daten. Zum Beispiel sollte die Ankunft eines LKW am Handelslager zeitnah im System erfasst werden.

Lösung 3: Echtzeit-Transparenz über ein mobiles Auftragsmanagement

Eine interessante Möglichkeit für Konsumgüterhersteller ist der Einsatz eines mobilen Auftrags-Managements, mit dem die Fahrer an die Transporeon-Plattform angeschlossen werden. Sie werden dafür mit Tablets oder Smartphones ausgestattet, auf denen die App installiert ist. Mit ihr liegen nicht nur alle Frachtpapiere digital vor und können auf dem Bildschirm unterschrieben werden. Auch eine Echtzeit-Sendungsverfolgung und ein frühzeitiger Alert bei drohenden Verspätungen sind mit der App möglich. So gewinnt der Konsumgüterhersteller nicht nur eigene Daten, sondern kann seine Handelskunden aktiv über Verspätungen informieren – ein wertvoller Kundenservice, der einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil generiert.

Verschiedenen digitale Lösungen im Überblick. So erreichen Konsumgüterhersteller mehr Transparenz bei der Handelsanlieferung.

Lesen Sie auch den ersten Teil der Serie: FMCG: Logistikkosten reduzieren und Auftragsabwicklung verbessern (Teil 1)