FMCG: Logistikkosten reduzieren und Auftragsabwicklung verbessern (Teil 1)

shopping trolley

Fragt man Hersteller aus der Konsumgüterbranche (FMCG) nach ihren größten Herausforderungen in der Logistik, so stehen zwei Themen an der Spitze:

  • 98 % wollen ihre Logistikkosten reduzieren
  • 87 % streben eine perfekte Auftragsabwicklung an1

Die Hersteller von Fast Moving Consumer Goods wie Lebensmittel, Getränke oder Drogerieartikel beliefern eine äußerst anspruchsvolle Kundengruppe: den Handel. Insbesondere die Anforderungen an die Logistik sind hoch. Kurze Bestellzeiten, starke saisonale Schwankungen und Spezialthemen wie die Leergutrückführung erfordern von den Konsumgüterherstellern eine effiziente Organisation von Transportvergabe und Warenausgang. Verschärft wird die Lage durch den Trend im Handel, die Läger zu verkleinern und Waren bei den Herstellern nach Bedarf abzurufen – sozusagen „just-in-time“. Die Folge: mehr Rampenkontakte, ein höheres Verkehrsaufkommen und mögliche Synergieverluste, da kleinere Mengen in höherer Taktfrequenz angeliefert werden müssen2. Dabei können die Transportkosten im Handel bis zu 50 % der Logistikkosten ausmachen3.

Elektronische Frachtvergabe- und Zeitfenstermanagement-Systeme können Logistikkosten reduzieren

Vor allem die extremen saisonalen Schwankungen stellen die Disponenten vor die Aufgabe, sehr kurzfristig zusätzliche Verladekapazitäten organisieren zu müssen. Vor diesem Hintergrund setzen immer mehr Konsumgüterhersteller elektronische Frachtvergabe- oder Zeitfenstermanagement-Systeme ein. Sie können nicht nur die Logistikkosten reduzieren, sondern auch den Aufwand für interne Prozesse. Einige der am Markt angebotenen Lösungen erlauben zudem einen Echtzeit-Zugriff auf die Performance-Daten der Transportdienstleister, zum Beispiel hinsichtlich Pünktlichkeit. Dies ermöglicht FMCG-Unternehmen, sich durch einen besonderen Kundenservice vom Wettbewerb abzugrenzen und gleichzeitig die Logistikkosten zu senken – zwei entscheidende Erfolgsfaktoren in der äußerst kompetitiven Konsumgüterbranche.

Lesen Sie auch den zweiten Teil der Serie:

FMCG: So bekommen Konsumgüterhersteller mehr Informationen zur Handelsanlieferung (Teil 2)

1 C. John Langley, Jr./Capgemini: Fast-Moving Consumer Goods Industry. Demanding Consumers Increase Supply Chain Pressures. Atlanta, 2010. S. 3.

2 EHI Retail Institute e.V./Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML: Studie Trends in der Handelslogistik 2012. Ergebnisse einer Befragung führender Unternehmen aus Handel, Industrie und Logistikdienstleistung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Köln/Dortmund 2012.

3 Gerling, Michael u. a./KPMG/ EHI Retail Institute e.V. (2012): CONSUMER MARKETS. Trends im Handel 2020. Köln, S. 34.

https://www.kpmg.de/docs/20120418-trends-im-handel-2020.pdf