Baustoffbranche profitiert von digitalisierten Logistikprozessen (Teil2)

Crane at sunset on construction site

Wie lassen sich in der Baustoffbranche Logistikkosten senken und der Kundenservice steigern? Diese Frage stellen sich zahlreiche Baustoffhersteller. Die Lösung lautet: durch effizientere, digitalisierte Logistikprozesse. Vier Beispiele zeigen, wie dies in der Praxis aussehen kann

Kostenoptimierung durch mehr Effizienz

Mit webbasierten Logistikplattformen wie Transporeon lassen sich nicht nur geringere Frachtkosten erreichen. Digitalisierte Logistikprozesse sorgen auch für effizientere Abläufe, was sich in einer Senkung der Prozesskosten um bis zu 30 % niederschlägt. Vier Beispiele zeigen, wie dies erreicht werden kann: über eine automatisierte Frachtvergabe, durch die hohe Flexibilität des Systems, über ein Zeitfenstermanagement-System und über die Vollintegration in ein ERP-System.

Beispiel 1: Automatisierte Frachtvergabe

Bei der automatisierten Frachtvergabe werden Transportaufträge nicht per Telefon oder E-Mail erteilt, sondern über die webbasierte Plattform. Dort sind Kriterien hinterlegt, über die automatisch der beste Transportdienstleister ausgewählt wird, beispielsweise durch eine Kombination aus Postleitzahlengebiet und Preis. Alle Frachtdokumente werden anschließend online übermittelt. Insgesamt lassen sich so bis zu 150 LKW-Ladungen pro Disponent und Tag vergeben.

Beispiel 2: Hohe Flexibilität des Systems

Die Verladesituation in der Baustoffbranche zeichnet sich durch eine hohe Dynamik aus. Stündliche Änderungen, auch noch während der Beladung, sind keine Seltenheit. Wichtig ist deshalb ein Auftragsmanagement-System, das entsprechend flexibel ausgelegt ist. Ergänzungen bestehender Transportaufträge müssen problemlos möglich sein – und zwar ohne dass Aufträge storniert und neu vergeben werden müssen. Über Transporeon können die Disponenten die Frachtdaten jederzeit ändern. Die Speditionen erhalten automatisch ein entsprechendes Update, sodass die aktuelle Ladung für alle Beteiligten transparent bleibt. So bleiben die Prozesse auch bei mehrfachen Auftragsänderungen schlank und der Zusatzaufwand hält sich in Grenzen.

Beispiel 3: Zeitfenstermanagement-System

Mehr Effizienz im Wareneingang und Warenausgang bringt ein Zeitfenstermanagement-System. Über die Buchungsnummer, die sie mit dem Transportauftrag erhalten, reservieren sich die Frachtführer über Transporeon ein Zeitfenster für die Anlieferung oder Abholung. Auch Selbstabholer lassen sich ohne großen Aufwand in das System einbinden. Dadurch können die Ressourcen an den Rampen besser geplant und gleichmäßig ausgelastet werden. Nach Auskunft von Transporeon-Kunden sinkt damit die Wartezeiten für LKW um bis zu 40 % und die Durchlaufzeiten um bis zu 30 %. Dies schafft ideale Bedingungen für eine rechtzeitige Abfahrt ab Werk und damit für eine fristgerechte Lieferung an den Kunden.

Beispiel 4: Vollintegration in das ERP-System

Der Trend in der Baustoffbranche geht zu einer nahtlosen Integration der Logistikprozesse in das unternehmenseigene ERP-System. Die Disponenten müssen dann nicht mehr zwischen verschiedenen Eingabemasken wechseln, sondern können alle Logistikprozesse über eine Anwendung, wie zum Beispiel SAP, steuern. Die Komplettintegration sorgt für effiziente Prozesse in der Disposition und schafft Ressourcen für andere wichtige Aufgaben wie die optimale Transportplanung oder Trouble-Shooting. Und dies nicht nur auf Seite des verladenden Unternehmens. Auch in den Speditionen können Daten einfacher übernommen und Prozesse automatisiert werden.

Frachtkosten um bis zu 10 % senken

Tagesaktuelle Transportvergabe bedeutet für die Transportdienstleister in der Regel eine Reduktion der Leerkilometer und damit eine Effizienzsteigerung. Die angebotenen Transportpreise liegen daher oft unter den Preisen, die in festen Kontrakten vereinbart werden. Insgesamt können die Verlader ihre Transportkosten damit um bis zu 10 % senken. So profitieren beide Seiten – Verlader und Speditionen. Mittlerweile setzen etwa die Hälfte der rund 150 großen, internationalen Baustoffhersteller, die an Transporeon angebunden sind, auf diese Vergabeart. So können sie die Preis- und Mengenschwankungen auf dem Transportmarkt für sich nutzen.

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