Pandemie macht dringenden Bedarf digitaler Investitionen deutlich

Transporeon stellt Untersuchung über europäischen Straßengüterverkehr 2020 vor: Pandemie macht dringenden Bedarf digitaler Investitionen deutlich

  • Fast die Hälfte aller europäischen Straßentransporteure rechnet 2020 mit sinkenden Transportpreisen, nahezu 40% erwarten allgemeinen Rückgang der Geschäftsaktivitäten.
  • Marktteilnehmer erkennen zunehmend Vorteile des Spotmarkts für einen ausgewogenen Geschäftsmix.
  • Dringende Notwendigkeit für bessere Umweltdaten: 43% der Spediteure können eigene CO2-Emissionen nicht ermitteln.
  • Ergebnisse basieren auf Antworten von über 1.200 europäischen Straßengüter-verkehrsunternehmen im Rahmen der diesjährigen Umfrage.

Selbst wenn Europa nach dem Lockdown langsam wieder zur Normalität zurückkehrt, erwarten europäische Straßentransportunternehmen, die Auswirkungen der globalen Pandemie noch viele Monate zu spüren. Während fast 70% der Transportunternehmen für 2019 ein Geschäftswachstum meldeten, erwartet weniger als ein Drittel eine positive Entwicklung für das Jahr 2020.

Während im letzten Jahr noch fast 70% der Befragten mit einem Anstieg der Transportpreise rechneten, gaben 2020 nur etwas mehr als 20% der Teilnehmer an, mit Preiserhöhungen zu rechnen.

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Spediteure verlassen sich zunehmend auf Spotmarkt-Transporte

„Obwohl die globalen Aussichten sehr gedämpft sind, sehen wir, dass die Marktteilnehmer Maßnahmen ergreifen, um sich anzupassen. Das gilt insbesondere für die Möglichkeiten, die digitale Plattformtechnologien eröffnen“, kommentierte Thomas Einsiedler, Chief Product Officer bei Transporeon. „Die Ergebnisse zeigen, dass nahezu alle Spediteure die Vorteile einer Mischung aus langfristigen Verträgen und Spotmarktaktivitäten anerkennen. Während sich 8% der Spediteure im Jahr 2019 ausschließlich auf langfristige Verträge verließen, hat sich diese Zahl 2020 auf 4% halbiert“, so Einsiedler.

„Indem sie neben langfristigen Transportverträgen auch den Spotmarkt bedienen, profitieren Transporteure von zusätzlicher Flexibilität und den häufigen Preisvorteilen, die kurzfristige Vertragsabschlüsse bieten. Gleichzeitig können Spediteure ihre Routenplanung optimieren und Leerfahrten vermeiden. Diese sind nicht nur unrentabel, sondern führen auch zu Staus auf den Straßen und verursachen zusätzlichen Lärm und CO2-Emissionen“, erläutert Thomas Einsiedler weiter.

Viele Straßentransporteure können verkehrsbedingten Emissionen immer noch nicht ermitteln

Trotz niedriger Kraftstoffpreise und eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds setzen europäischen Spediteure auf verschiedene Strategien, um ihre Kraftstoffeffizienz zu optimieren. Die Überwachung des Kraftstoffverbrauchs, Öko-Fahrertraining und die optimale Planung von Transportrouten gehören zu den Maßnahmen, die derzeit von der Mehrheit der befragten Straßengüterverkehrsunternehmen genutzt werden.

Trotzdem weisen die Umfrageergebnisse auf große Defizite bei Ermittlung und Reporting verkehrsbedingter CO2-Emissionen hin. Von den befragten europäischen Spediteuren gaben 43% an, derzeit nicht in der Lage zu sein, ihre verkehrsbedingten Emissionen berechnen zu können. Weniger als ein Drittel gab an, kundenbezogene Emissionsaufschlüsselungen offen legen zu können. Andererseits sagten 72% der Spediteur, dass weniger als einer von zehn Kunden Informationen zum CO2-Ausstoß aktiv nachfragt.

„In der derzeit sehr schwierigen Wirtschaftslage ist es absolut unerlässlich, dass die Straßengüterverkehrsunternehmen, aber auch unsere Regierungen weiter in Digitalisierung und datengetriebene Infrastruktur investieren“, meint Stephan Sieber, CEO von Transporeon. „Das sehen wir an den Umfrageergebnissen: Drei Viertel aller Spediteure glauben, dass die Digitalisierung ihre Geschäftslage verbessern wird. Zudem sehen wir es daran, dass sie verstärkt den Spotmarkt nutzen und Chancen wahrnehmen, die erst durch verbesserte Digitaltechnik ermöglicht werden. Ich bin überzeugt, dass die Digitaltechnik in den kommenden Jahren die Branche nicht nur effizienter machen wird, sondern auch eine zentrale Rolle bei der Bewältigung der von ihr verursachten Umwelteinflüsse spielen wird. Hier hat die Branche noch viel Aufholbedarf”.

Die Ergebnisse basieren auf den Antworten von über 1.200 europäischen Straßengüterverkehrsunternehmen in der Umfrage 2020. Die Teilnehmer repräsentieren einen breiten Querschnitt des Straßentransportmarktes mit einer gleichmäßigen Verteilung auf die wichtigsten europäischen Länder sowie auf Spediteure, die im Inland, grenzüberschreitend oder in beidem tätig sind. Spediteure aus 33 Ländern nahmen an der Umfrage teil, die den gesamten Kontinent von Großbritannien und Irland bis zur Ukraine, von Skandinavien bis Spanien abdecken.

Eine detaillierte Zusammenfassung der Europäische Straßenverkehrserhebung 2020 kostenlos erhältlich:

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