Yard Management für den Handel optimiert Auslastung und Durchlaufzeiten bei Rossmann

Warehouse from the worm's-eye view

Die Ziele der Logistik-Verantwortlichen bei Rossmann waren hoch gesteckt: eine höhere Flexibilität bei der Terminwahl für die Speditionen, weniger Aufwand für die Terminabstimmung, effizientere Prozesse, ein detaillierteres Reporting, ein verbessertes Yard Management und nicht zuletzt die Möglichkeit, die Terminverwaltung zu zentralisieren. Die T-Blog-Redaktion sprach dazu mit Hendrik van Duuren, Geschäftsleitung Logistik bei Rossmann, und der Projektverantwortlichen Maike Quidde.

Sie haben die Entladeterminplanung Ihrer Lagerstandorte umgestellt. Was war die Zielsetzung des neuen Systems? Ging es ihnen lediglich um die Wartezeiten?

Hendrik van Duuren: Kurze Wartezeiten und eine rechtzeitige Entladung sind uns bei Rossmann immer wichtig. Das konnten wir auch schon mit dem bisherigen System erreichen. Aber wir wollten zukünftig den Frachtführern eine größere Terminauswahl bieten und auch die manuellen Arbeitsschritte sowie den Aufwand für Verwaltung und Support reduzieren. Zudem beabsichtigten wir, die LKW innerhalb des Standorts so zu steuern, dass die Waren auf möglichst kurzem Weg angenommen und eingelagert werden können, um dadurch die Auslastung der Ressourcen im Wareneingang weiter zu optimieren. Zeitweise haben wir dafür auch eine Neuprogrammierung der eigenen Software in Betracht gezogen.

Warum fiel dann doch die Entscheidung für Mercareon?

Hendrik van Duuren: Mercareon-Geschäftsführer Leander Kling stellte uns 2014 die neueste Generation der Handelslogistik-Plattform vor. Sie enthielt überzeugende Funktionen, unter anderem für ein detailliertes Yard Management. Warum sollten wir etwas aufwändig selbst programmieren und betreiben, was schon passend im Markt angeboten wird? Außerdem wollten wir ein System mit Gestaltungsspielraum, das wir an unsere Anforderungen anpassen und langfristig gemeinsam mit dem Anbieter weiterentwickeln können. Aus unserer Sicht haben wir dafür den geeignete Partner gefunden.

Wie würden Sie die Einführung der Lösung und die Zusammenarbeit beschreiben?

Maike Quidde: Einem Workshop im Herbst 2014 folgte eine intensive, gemeinsame Arbeitsphase, in der die Mercareon-Lösung nach unseren Anforderungen konfiguriert und weiterentwickelt wurde. Wir haben sehr partnerschaftlich zusammengearbeitet und viel voneinander und miteinander gelernt. Anschließend wurde in nur fünf Monaten die Plattform an den sieben deutschen Rossmann-Standorten eingeführt und läuft seit August 2015 produktiv. Die Implementierung verlief extrem unkompliziert und ohne Probleme. Das hat uns auch einer unserer größten Lieferanten bestätigt, der die Einführung der Software schon bei vielen anderen Handelsunternehmen durchlaufen hat. So einen reibungslosen Übergang wie bei Rossmann hatte er bisher noch nicht erlebt.

Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere an der Lösung, die heute bei Rossmann im Einsatz ist?

Hendrik van Duuren: Das detaillierte Yard Management. Es setzt nicht erst ein, wenn der LKW an der Lagerpforte vorfährt, sondern ist in das Zeitfenstermanagement integriert. Dort ist eine umfangreiche Buchungslogik hinterlegt, die wesentlich tiefer geht als bei vielen anderen Handelsunternehmen – nämlich bis auf Artikelebene. Auch die genaue Kapazität und Auslastung an den unterschiedlichen Entladestellen wird dabei berücksichtigt. Wird die Buchungsnummer eingegeben, gleicht das System alle Buchungsdetails ab. Entsprechend diesen Berechnungen werden dem Speditionsdisponenten nur die Zeitfenster angezeigt, die eine optimale Auslastung des Wareneingangs und das beste LKW-Routing am Lagerstandort ermöglichen.


Infobox: Über die Rossmann Logistikgesellschaft mbH - Logistikstruktur und bisherige Anlieferungssteuerung

Die Rossmann Logistikgesellschaft mbH ist für die Belieferung der ca. 2000 Rossmann-Drogeriemärkte in Deutschland verantwortlich. Dazu werden in sechs Regionallagern und einem Zentral- und Regionallager rund 17.000 Artikel umgeschlagen. Um die Warenanlieferung steuern zu können, setzt Rossmann bisher eine eigens programmierte Zeitfenster-Lösung ein: Für jede Anlieferung fragten die Spediteure per E-Mail unter Angabe der Auftragsnummer einen Entladetermin an. Im Anschluss verschickte ein Terminplaner je einen Entladetermin per E-Mail, den die Speditionen annehmen oder in Ausnahmefällen ablehnen konnten. Wer ablehnte, erhielt einen neuen Vorschlag.


Welche Vorteile bringt das für Rossmann?

Maike Quidde: Die Planung der Entladeressourcen ist jetzt wesentlich einfacher und transparenter. Durch die kurzen Wege bei der Einlagerung können zudem bei gleichen Kapazitäten größere Mengen abgefertigt werden. Die Durchlaufzeit am Lagerstandort wird auf ein Minimum reduziert. Gleichzeitig stehen dem Speditionsdisponenten ausreichend Termine zur Verfügung, um seine Touren und auch Dreiecksverkehre effizient planen zu können. Daher haben wir auch von der deutlichen Mehrheit der Speditionen positive Rückmeldung erhalten.

Gibt es weitere Ziele, die sie erreicht haben?

Maike Quidde: Ja, zum Beispiel läuft die Terminplanung heute automatisiert über die Mercareon-Plattform, so dass wesentlich weniger Mitarbeiter eingesetzt werden müssen. Dadurch konnten wir die Terminplanung in Landsberg bei Halle zentralisieren. An den Lagerstandorten wurden dadurch Personalkapazitäten für andere Aufgaben frei. Zudem hat der Plattformanbieter den Support für die Speditionen übernommen, den wir früher selbst leisten mussten. Den Frachtführern steht nun der Kundenservice in über 20 Sprachen und mit hoher Erreichbarkeit zur Verfügung. Außerdem konnten wir das Reporting verbessern.

Für die Belieferung der ca. 2.000 Rossmann-Drogeriemärkte in Deutschland ist die Rossmann Logistikgesellschaft mbH verantwortlich. In sechs Regionallagern und einem Zentral- und Regionallager werden dafür rund 17.000 Artikel umgeschlagen. (Quelle: Rossmann)[/caption]

Sie nutzen Mercareon auch für Ihr Reporting. Welche Informationen erhalten Sie dadurch?

Maike Quidde: Das Reportingtool liefert uns genaue Zahlen, zum Beispiel bezüglich der Termintreue einzelner Speditionen und Lieferanten sowie zu den Avisierungsquoten. Diese ausführlicheren Informationen können wir unseren Logistikentscheidern zu Verfügung stellen. Die Entscheidungsgrundlage wird dadurch breiter und ist besser validiert. Zudem können wir Auswertungen auf Lieferantenbasis erstellen, die für unsere regelmäßigen Lieferantengespräche sehr hilfreich sind.

Die bisherige Zusammenarbeit scheint die Logistik an den Lagerstandorten wesentlich verbessert zu haben. Planen Sie eine weitere Zusammenarbeit ?

Hendrik van Duuren: Ich bin davon überzeugt, dass die heutigen technischen Möglichkeiten erst der Anfang einer zukunftsweisenden Entwicklung sind. Mercareon wird uns dabei helfen, die Rossmann-Logistik auch in Zukunft möglichst effizient, nachhaltig und ressourcenschonend zu gestalten. Dafür werden wir weiterhin eng zusammenarbeiten, um die beste Lösung für uns zu finden und die Verbesserung der Logistikprozesse weiter voranzutreiben.

Mit der Einführung der Mercareon-Plattform verfolgte Rossmann mehrere Ziele. Ein wichtiges davon war ein detailliertes Yard Management, das die Transportwege zwischen Entladung und Lagerplatz kurz hält. (Quelle: Rossmann)

Kurze Wartezeiten für LKW und eine pünktliche Entladung sind den Logistikverantwortlichen bei Rossmann wichtig. LKW-Staus an den Lagerstandorten (im Bild: Landsberg bei Halle) wurden deshalb bereits früher mit einer manuellen Terminvergabe vermieden. Heute hat die Mercareon-Plattform diese Aufgabe übernommen. (Quelle: Rossmann)

Kurze Wartezeiten für LKW und eine pünktliche Entladung sind den Logistikverantwortlichen bei Rossmann wichtig. LKW-Staus an den Lagerstandorten (im Bild: Landsberg bei Halle) wurden deshalb bereits früher mit einer manuellen Terminvergabe vermieden. Heute hat die Mercareon-Plattform diese Aufgabe übernommen. (Quelle: Rossmann)