Logistik 4.0 nicht möglich ohne digitale Supply Chain

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Lieferscheine auf Papier. Intransparente oder manuelle Prozesse. Wer in naher oder ferner Zukunft auf Logistik 4.0 setzen will, sollte sich schleunigst von „manuell“ verabschieden. Denn für das Internet der Dinge ist eine durchgängige, digitale Supply Chain eine Grundvoraussetzung.

Letzte Meile: Digitalisierung bis ins Fahrerhaus

Aus Verladersicht eignet sich vor allem ein mobiles Auftragsmanagement, um die Transportdienstleister in die eigenen, digitalen Prozesse zu integrieren. Dafür werden die Fahrer über mobile Endgeräte elektronisch angebunden. Die digitale Supply Chain wird so bis ins Fahrerhaus hinein verlängert. Die Hardware-Komponente besteht aus handelsüblichen Smartphones bzw. Tablets. Diese sind auch in robusten Ausführungen erhältlich sind. Voraussetzung ist der Einsatz einer Logistik-Plattform beim Verlader. Die Plattform muss für ein mobiles Auftragsmanagement geeignet sein und über eine entsprechende Schnittstelle verfügen. Auf den mobilen Endgeräten muss dann nur noch eine Appinstalliert werden, die mit der Logistik-Plattform verknüpft ist.

Logistik 4.0 übers Handy

Über die Anwendung erhalten die Fahrer die digitalen Frachtpapiere, die der Kunde später auf dem Bildschirm unterschreibt. Diese werden nach der Unterschrift automatisch im System des Verladers archiviert. Gleichzeitig wird die GPS-Funktion der Mobilgeräte genutzt, um die Position des LKW in Echtzeit zu lokalisieren.

Verlader-individuelles System vs. Plattform

Generell können Verlader selbst ein individuelles, mobiles Auftragsmanagement implementieren. Es stellt jedoch die Transportdienstleister vor enorme Herausforderungen, für jeden Kunden eigene Hard- und Software zu beschaffen, zu installieren und aktuell zu halten – von der Schulung der Fahrer ganz abgesehen. Zukunftsfähig werden nur diejenigen Lösungen sein, die über Logistik-Plattformen zur Verfügung gestellt und von möglichst vielen Verladern und Speditionen genutzt werden. Denkt man Logistik 4.0 zu Ende, geht es nämlich nicht nur um eine digitale Supply Chain für jedes einzelne Unternehmen, sondern auch um eine Kompatibilität und Vernetzung der diversen Supply Chains untereinander.

Digitale Supply Chain Grundvoraussetzung für Logistik 4.0

Schon heute bieten digitale Abläufe entscheidende Vorteile hinsichtlich Kundenservice und Effizienzsteigerung. Die Verlader sind damit in der Lage, Wettbewerbsvorteile für sich, ihre Kunden und Transportdienstleister zu realisieren. Wichtig wird eine digitale Supply Chain zudem für Unternehmen, die sich mit dem Thema Industrie 4.0 beziehungsweise Logistik 4.0 auseinandersetzen und ihre Prozesse entsprechend entwickeln wollen. Denn digitale Abläufe sind eine der Grundvoraussetzungen, um das Internet der Dinge im eigenen Unternehmen Realität werden zu lassen1. Noch steht diese Entwicklung am Anfang. Dies gibt engagierten Unternehmen die Möglichkeit, hier eine Vorreiterrolle einzunehmen. Die Aussichten für diese Technologieführer sind vielversprechend.

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 1 Müller-Gödeke, J. (2015): Industrie 4.0 verändert das Supply-Chain-Management: Neue Anforderungen aus dem SCM, Computerwoche. Abrufbar unter: https://www.computerwoche.de/