Chemielogistik 4.0 - Mit digitalen Lösungen Transportprozesse verbessern

American Full Load Truck on a desert road

Eine digitale Reise - Technologietrends in der Transportlogistik

Die Digitalisierung der Chemielogistik erfolgt in der Regel über einen längeren Zeitraum, vergleichbar mit einer Transformationsreise. Einige Chemieunternehmen beginnen gerade erst mit ihren ersten Schritten, andere hingegen verbuchen bereits große Fortschritte. Sie nutzen jetzt die Vorteile einer digitalen Verbindung zwischen sich und ihren Spediteuren. Dadurch erreichen diese Unternehmen einen intelligenteren, transparenteren und kostengünstigeren Transport von chemischen Produkten in der ganzen Welt. Besonders in der Chemiebranche ist es unerlässlich, robuste, transparente Lieferketten und leistungsfähige Transportlogistikprozesse zu etablieren.

Um einen tieferen Einblick in den aktuellen Stand der „Chemielogistik 4.0“ zu gewinnen, führte TRANSPOREON in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen University eine Studie durch. Diese betrachtete verschiedene Branchen, darunter auch die Chemiebranche. Die Studie zielte insbesondere darauf ab, zukünftige Trends der Transportlogistik aufzuzeigen. Ergänzt wurde die Forschung um Ergebnisse aus einer Online-Befragung. Hierfür wurde das „Logistics 4.0 Maturity Benchmark Tool“ entwickelt. Über 1.000 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen nutzen das Tool. Der Fokus der Online-Befragung lag besonders auf der realistischen Einschätzung der aktuellen Digitalisierungsgrade der gesamten Transportlieferkette, dem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie der Automatisierung datengetriebener Logistikprozesse der Unternehmen.

Effiziente Technologietrends für die Chemielogistik

Die Chemiebranche verändert sich. Immer mehr Unternehmen werden zu Dienstleistern. Viele Wege zur Effizienzsteigerung sind ausgeschöpft und so bietet Chemielogistik 4.0 dringend benötigte neue Ansätze. Mit der Prozessdigitalisierung zum Beispiel können Chemieunternehmen proaktiver werden und die Logistiktransparenz mit den Kunden teilen, die Anlagenlogistik optimieren und immer strengere Sicherheitsvorschriften erfüllen.

Eine globale cloudbasierte Plattform bieten hierbei viele neue Möglichkeiten Zeit zu sparen und die Effizienz zu steigern. Eines der aktuell angesagtesten Themen für die Chemieindustrie ist beispielsweise die nahtlose Transparenz und Kontrolle der Lieferkette. Hierbei geht es um Liefertreue und Planungssicherheit beim Transport von Gefahrgut oder wertvollen chemischen Produkten, das Handling von Ausnahmen, die Reduzierung von Wartezeiten und die Minimierung von Leerfahrten - all dies ist mit Chemielogistik 4.0 möglich.

Wettbewerb um den höchsten Digitalisierungsgrad

Vergleicht man den aktuellen Stand der Digitalisierung der Chemiebranche mit anderen, steht die chemische Industrie international jedoch „nur“ im Mittelfeld. Die Ergebnisse zeigen, dass die Chemieunternehmen das Potenzial der digitalen Transportlogistik noch nicht voll ausschöpfen – nach oben gibt es noch Spielraum für ein erhebliches Wachstum, um eine 100%ige Digitalisierung zu erreichen.

Viele Chemieunternehmen nutzen bereits Schnittstellen zur Informationsübermittlung zwischen ihren Lieferanten und Spediteuren. Die Zukunft liegt jedoch in der Kommunikation und Zusammenarbeit im Netzwerk, das alle Beteiligten der Lieferkette integriert. Um somit die höheren Anforderungen der Chemielogistik zu erfüllen, stehen cloudbasierte Kollaborationsplattformen hoch im Kurs.

Neben der Kommunikation sind auch die Lieferketten in der chemischen Industrie typischerweise global. Die Prozessverbesserung hängt von einer stärkeren Beteiligung aller Partner auf einer einzigen Plattform ab, denn solche Plattformen können in jeder gewünschten Sprache betrieben werden und überwinden so effektiv alle traditionellen Sprachbarrieren. Wenn Unternehmen in verschiedenen Ländern Informationen zur Transportlogistik übermitteln und abrufen wollen, können sie dies in ihrer eigenen Sprache tun. Das erhöht die Transparenz und beschleunigt die Reaktionszeiten, erleichtert die Zusammenarbeit und macht die Prozesse sicherer und zuverlässiger. Und gerade die enorme Transparenz und Effizienz sind das Beeindruckende an einem solchen kollaborativen Netzwerk.

Digitales Denken - Herausforderung und Lösung zugleich

Doch wo hinkt die Chemiebranche hinterher? Insbesondere die Verfolgung von Lieferungen in Echtzeit bleibt eine Herausforderung. Digitalisierung bedeutet somit zum einen das Auflösen des alltäglichen Silodenkens und zum anderen das Ermöglichen eines proaktiven und automatischen Informationsaustausches.

Der nächste große Meilenstein wird sein, die Zukunft aus vorhandenen Daten vorherzusagen (Predictive Analytics) - weg vom reaktiven hin zum vollständig proaktiven Verhalten. Obwohl die Analysen zeigten, dass die Chemielogistik nur im digitalen Mittelfeld spielt, nimmt sie hinsichtlich der Datennutzung eine führende Position ein. Im Umgang mit großen Datenmengen und Predictive Analytics gilt die Chemiebranche als Pionier.

Zukünftig werden nur wenige cloudbasierte Plattformen in der Lage sein, diesen innovativen Schritt weiter zu gehen. Denn Predictive Analytics und Machine Learning erfordern eine kritische Masse an großen Daten auf die heute nur wenige Anbieter aufgrund ihrer Historie und ihres Kundestamms zurückgreifen können.

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