Niedrigere Industrieproduktion in Europa führt zu sinkender Nachfrage im Straßentransport und einem Preisrückgang

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Nachdem der Markt für kurzfristige Straßentransportaufträge in Europa noch vor kurzem durch Engpässe geprägt war, waren in der Kalenderwoche 14 (30. März bis 4. April) im Spot Markt erhebliche Kapazitäten verfügbar. Zwar waren die angebotenen Transportkapazitäten in absoluten Zahlen gefallen, da die Nachfrage aber noch stärkere Rückgänge verzeichnete, führten die überschüssigen Kapazitäten zu sinkenden Preisen im Spotmarkt von durchschnittlich 5% gegenüber der Vorwoche. In einzelnen Industrien lag der Preisrückgang sogar bei ca. 10%. Gleichzeitig bleibt der Lufttransport aufgrund gegroundeter Passagierflugzeuge sehr angespannt; der Transport medizinischer Notfallgüter hat Priorität.

Dies sind die Ergebnisse der aktuellen Transportmarktstudie, die Transporeon herausgibt. Die Untersuchung stützt sich dabei auf die tatsächlichen Frachtladungen, die auf dem Spot Markt über Europas führende Transportplattform abgewickelt wurden.

Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

  • In ganz Europa sinkt die Nachfrage nach Straßentransporten seit der zweiten Märzhälfte kontinuierlich. Dies geht auf den erheblichen Rückgang der industriellen Produktion (v.a. in der Automobilindustrie) zurück. Frankreich, Italien und Spanien verzeichneten einen Produktionsrückgang von mehr als 20%. In Deutschland, Österreich und der Schweiz lag der Rückgang bei 5.3%.
  • Seit der letzten Märzwoche flacht die Kurve der Stornierungen in Europa jedoch ab, da Transportdienstleister versuchen, freigewordene Kapazitäten durch niedrige Preise auf dem Spot Markt zu füllen. Je nach Sektor lag der Preisrückgang zwischen 1,5% und 10% (5% im Durchschnitt).
  • Im gleichen Zeitraum erhöhten sich die verfügbaren Kapazitäten um 14% in Deutschland, Österreich und der Schweiz, um 12.1% in den Benelux-Ländern, um 10% in Italien, um 47% in Spanien, um 12% in Polen und um 6,2% in Frankreich.
  • Auf europäischen Inlandsrouten nimmt die Pünktlichkeit der Straßentransporte zu, da die Einschränkung privater Mobilität auch das Gesamtverkehrsaufkommen senken.
  • Grenzüberschreitender Straßentransport bleibt aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen und -kontrollen hingegen schwierig.
  • Die Erholung der chinesischen Industrieproduktion nach dem dortigen Abflauen der Corona-Krise führt zu steigender Transportnachfrage, sowohl auf dem Seeweg als auch per Schiene. Schienentransporte von China nach Europa erreichen derzeit Werte über Vorkrisenniveau.
  • Der Lufttransport verzeichnet massive Kapazitätsrückgänge, da Passierflugzeuge weiter am Boden bleiben.

 

“Im europäischen Markt für Straßentransport haben wir den Wendepunkt von Unterangebot zu Überkapazität überschritten“, sagte Stephan Sieber, CEO von Transporeon. „Die Frage ist nun, wie lange diese Phase der Überkapazität noch bestehen bleibt und ob wir einer Zeit großer Belastungen speziell für kleinere Transportdienstleiste entgegengehen.“
Transporeons Marktstudie basiert auf den Daten von bis zu 350.000 Frachtladungen pro Woche und den Market Intelligence Initiativen seines Tochterunternehmens Tim Consult. Weitere aktuelle Informationen zum Transportmarkt stehen kostenfrei unter folgendem Link zur Verfügung: https://www.transporeon.com/en/expertise/insights/